Tischsitten rund um den Globus  – Do’s and Don’ts

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„Andere Länder, andere Sitten.“ Dieses Sprichwort gilt besonders bei Tisch. In jedem Land gelten hier eigene Benimmregeln. Um nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste zu hüpfen macht es Sinn, sich im vorherein mit der Esskultur des bereisten Landes auseinander zu setzen. Wann darf geschmatzt, gerülpst und geschlürft werden? Aufessen oder nicht? Mit Stäbchen essen, mit Essbesteck oder mit der bloßen Hand? Heute stelle ich euch die Do’s and Don’ts bei Tisch von 5 beliebten Urlaubsländern vor.

 

Esskulturen im internationalen Vergleich

 

China

In China kann man es sich beim Essen richtig gut gehen lassen. Denn die Tischsitten sind dort lockerer gefasst als bei uns. Diese unkomplizierten Tischmanieren stammen aus der maoistischen Zeit, mit dem Ziel, die Esskultur an die Manieren des Bauernstaates anzupassen.

 

Do’s:

 Es darf während des Essens geraucht werden. Steckt man sich eine Zigarette an, sollte man allen anderen Personen am Tisch ebenfalls eine Zigarette anbieten

 Pünktlichkeit

 Bestellung einheimischen Gastgeber überlassen

 Schmatzen und rülpsen

 

Don’ts: 

 Essstäbchen in Speisen stecken

 Nase am Tisch putzen

 Teller ganz leer essen ( bei leerem Teller denkt der Koch, es war zu wenig)

 

 

Indien

Indien, das Land der Farben und Gewürze. Essen hat hier einen hohen Stellenwert. Die Nahrungsaufnahme ist ein sinnlicher Akt, deshalb wird mit den Händen gegessen.

 

Do’s:

 Gegessen wird mit den Händen, da der direkte Kontakt zur Nahrung geschätzt wird

 Verwendet wird zum Essen nur die rechte Hand

 Wer schlürft kommuniziert damit, dass ihm das Essen besonders gut schmeckt

 Zum Abschluss des Mahls wird Reis serviert, was bedeutet, dass kein Gang mehr folgt. Dieser sollte maximal zu einem Drittel gegessen werden

 

Don’ts: 

 Der Teller („Thali“) darf nicht auf den Schoß genommen werden

 Die linke Hand nicht zum Essen verwenden – diese Hand wird für die Reinigung nach dem Toilettengang benutzt

 Nicht am Tisch schnäuzen

 

 

Italien

Wer in Italien speist, dem wird eines nicht entgehen: es wird gerne gemeinsam gegessen und dabei sind die Italiener nicht schweigsam. Das gemeinsame Mahl bildet den Höhepunkt des Tages. Die Redelautstärke kann einen hohen Pegel erreichen, das südländische Temperament tritt hier besonders hervor. In solchen Runden kann es oft unterhaltsam zugehen, es macht einfach Spaß in Italien zu speisen!

 

Do’s:

 Als Gastgeschenke eignen sich Wein und Schokolade. Wer Blumen verschenken möchte, sollte diese schon am Vortag an den Gastgeber schicken

 Cappuccino zum Frühstück, Espresso nach dem Essen

 Modisch gekleidet erscheinen

 

Don’ts: 

 Keine Chrysanthemen als Gastgeschenk mitbringen, da sie für Tod und Krankheit stehen

 Spaghetti nicht mit Gabel und Löffel essen oder durchschneiden.

 Nicht auf Einzelabrechnung bestehen. Rechnungen in Restaurants werden immer für den gesamten Tisch gestellt

 Betrunken sein

 

 

Russland

In Russland wird gern üppig und deftig gegessen. Die Gäste werden dazu animiert, sich richtig satt zu essen. Aufgetischt wird daher in überdimensionalen Mengen, vor allem bei den Vorspeisen und den Suppen wird nicht gespart. Wer satt ist, sollte einen kleinen Rest übrig lassen. Denn sonst bekommt er sofort wieder die nächste Portion aufgetischt, hungrig nach Hause kehren muss garantiert keiner! Um diese Mengen zu verdauen, wird reichlich Wodka getrunken. Dieser wird in Russland häufig in großen Gläsern serviert. Getrunken wird erst nach einem gemeinsam vorgetragenen Trinkspruch.

 

Do’s:

 Gastgeschenke mitbringen, zum Beispiel nützliche Haushaltsgegenstände, hochwertige Lebensmittel oder Alkohol (kein Wodka, da er in Russland sehr billig zu haben ist). Auch für die Kinder eine Kleinigkeit mitnehmen

 Immer einen kleinen Imbiss in Kombination mit Alkohol verspeisen, auch wenn es nur ein Stück Brot oder eine Essiggurke ist

 

Don’ts: 

 Keine gelben Blumen als Gastgeschenk mitbringen, da sie Unglück bedeuten

 In Russland wird Alkohol nicht alleine getrunken, nur in Gesellschaft

 

 

Frankreich

Die Gourmetküche Frankreichs ist bekannt für seine raffinierten Gerichte. Ebenso komplex sind auch die Tischsitten. Umso wichtiger ist es, die Do’s and Don’ts der französisches Esskultur zu kennen.

Do’s:

 Frauen werden mit Mademoiselle, Männer mit Monsier angesprochen

 Beim Betreten eines Lokals wartet man auf den Kellner, der einem den Tisch zuweist

 Zuerst dürfen sich die Damen setzen, danach die Männer

 Vor dem Essen wünscht man „Bon Appetit“ – Guten Appetit und bedankt sich für das Essen

 Mindestens 10 % Trinkgeld geben, und sich beim Kellner für das Essen bedanken

 

Don’ts: 

 Nicht mit den Fingern essen!

 Schlürfen, schmatzen und rülpsen ist verpönt

 Servietten liegen während des Essens auf dem Tisch. Nach Beendigung des Mahls faltet man die Serviette nicht wieder zusammen

 Weißbrot wird gebrochen, nicht geschnitten

 Frauen dürfen ihren Unterarm auf dem Tisch ablegen, Männer dagegen nur die Handgelenke

 

 

Ich finde es wichtig, sich auf Reisen an die Kultur des jeweiligen Landes anzupassen. Um sich richtig verhalten zu können, muss man die Sitten des bereisten Landes kennen. Ich habe mich im Rahmen dieses Blogartikels speziell auf die Tischsitten konzentriert, da sich hier besonders große Unterschiede finden. Wer sich richtig verhält, bewahrt vor den Gastgebern sein Gesicht. Besonders für Geschäftsreisende ist deshalb die Kenntnis um solche Tischsitten besonders wichtig!

 

Alles Liebe, Isa