Nachhaltig Reisen – mit Respekt die Welt erkunden

Maren ruft Blogger in ihrem Blog „averageunicorn.blogspot.de“ dazu auf, einem Artikel passend zu ihrer Blogparade „Nachhaltig Reisen“ zu schreiben. Was ist „Nachhaltiger Tourismus“? Welcher Sinn und Zweck steht dahinter? Wie lässt sich diese Reiseform konkret realisieren?  Welche Tipps und Tricks gibt es, um selbst seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren? Diese Fragen möchte ich im folgenden Blogartikel beantworten.

 

Was ist „Nachhaltiger Tourismus“?

 

Definition UNEP, 1987: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Das bedeutet, dass ein Land nicht ausgebeutet und geschädigt werden darf. Das Gegenteil zu Nachhaltigem Tourismus ist der Massentourismus, der Gewinnmaximierung als Hauptziel anstrebt.

 

Sinn und Zweck von Nachhaltigen Tourismus:

 

Nachhaltiger Tourismus kann gleichgesetzt werden mit „sanften Tourismus“. Drei Prinzipien bilden das Konzept dieser Reiseform:

  • Schutz der Natur
  • Anpassung an die Kultur
  • Fairness im Umgang mit den Einheimischen

 

1) Schutz der Natur:

Ein Ziel von „sanften Tourismus“ ist es, die natürlichen Bedingungen am Urlaubsort nicht zu verändern oder zu verschlechtern.

Dazu zählt zum Beispiel, die Umgebung nicht „zuzubauen“ mit Unmengen an Hotelbauten.  Auch die Natur sollte nicht durch das Bauen von Straßen zerstört und zurückgedrängt werden.

„Schutz der Natur“ bedeutet ebenfalls, Müllansammlungen, erhöhten Trinkwasserverbrauch und Luftverschmutzung entgegen zu wirken.

 

2) Anpassung an die Kultur

Ein weiteres Ziel ist es, die Lebenseinstellung, Kultur und Religion der Einheimischen zu respektieren. Genauso wie es sich für einen „Gast“ eben gehört, sollte man sich an die Spielregeln des Gastgebers anpassen. Denkmäler und Kultstätten werden geachtet, die individuellen Gesellschaftsregeln respektiert.

Die Vielfalt des kulturellen Erbes macht ein Urlaubsland erst richtig interessant und authentisch. Rituale und Bräuche sollten durch Touristen nicht beeinflusst werden.

 

3) Fairness im Umgang mit den Einheimischen

Sanfter Tourismus ist bemüht, den Einwohner eines Landes fair und offen gegenüber zu treten. Nicht die Weltwirtschaft soll der große Gewinner des Tourismus sein, sondern das Land und die Bewohner selbst. Gute Arbeitsbedingungen und soziale Zufriedenheit sorgen zudem für hohe Qualität im Tourismus – eine WIN-WIN-Situation quasi. 

 

Wie lässt sich diese Reiseform konkret realisieren?

 

Mit Offenheit und Respekt dem Land gegenübertreten. Nur weil etwas anders ist, muss es nicht gleichzeitig schlecht sein. Wer dem Land mit Neugierde und Freundlichkeit entgegenkommt, wird das Land und die Menschen mit ganz anderen Augen wahrnehmen

Sich vor Reiseantritt mit der Kultur und dem Land selbst auseinander setzen. Somit kann man die Einwohner besser verstehen, eine andere Perspektive einnehmen. Die Reise wird möglicherweise viel intensiver empfunden als eine eher distanzierte Pauschalreise.

Auswahl der richtigen Unterkunft: Es muss nicht das 5* Hotel eines steinreichen Hotelgiganten sein, den man weiter Kohle zuschiebt. Stattdessen sollte man sich bewusst dafür entscheiden, die Einheimischen zu fördern. Hotels/ Pensionen von Familienbetrieben (am besten mit Nachhaltigkeitssiegel) liefern oftmals viel bessere Leistungen als die Massenabfertigung, die man in gigantischen Hotelanlangen erhält. Außerdem sind hier möglicherweise auch Insidertipps für Reiseziele drinnen. 😉

Bei gutem Service: Trinkgeld geben. Die Angestellte sind häufig auf das Trinkgeld von Touristen angewiesen. Eine angemessene Entlohnung honoriert die Arbeitsleistung. Dies spornt die Mitarbeiter an, weiterhin gute Leistungen zu erbringen.

Fotografieren mit Respekt  –  nicht jeder möchte gern abgelichtet werden. Eine kurze, höfliche Frage vorher kostet nichts.

Bildquelle: https://download.unsplash.com/26/camera-keys.jpg; UNSPLASH LICENSE By Nicola Perantoni  Creative Commons Zero

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Lokale Produkte und lokale Services beanspruchen. Landestypische Gerichte und Speisen bei einheimischen Gaststätten  kosten. Dies fördert einerseits die Wirtschaft des Landes, andererseits kommt man der Kultur wieder eine Spur näher. Außerdem gehören solche kulinarischen Experimente doch fast zu einem gelungenen Urlaub dazu, spätestens zuhause kann man dann wieder das heißgeliebte Schnitzel Austrian Style genießen. 😀

 

 

Zu allerletzt noch ein paar Worte zum Naturschutz:

Welche Tipps und Tricks gibt es, um selbst seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren?

 

Rücksicht nehmen auf die Natur: markierte Wanderwege benutzen, Lärm vermeiden und Hunde an die Leine nehmen

Keine Tiere oder Pflanzen als Reisesouvenir in den Reisekoffer packen. Dazu zählen auch Muschelschalen, Schildkrötenpanzer, Kräuter, etc.

Bildquellehttp://allthefreestock.com/ PICOGRAPHY by Hidden Depth I Creative Commons Zero

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Öffis oder das Rad bevorzugen. Die Natur des Landes per Rad/ zu Fuß oder mit dem Kanu erkunden, und das Geld fürs Leihauto anderweitig investieren

Die Energieversorgung den Gegebenheiten des Landes anpassen. Die Stromversorgung ist in südlichen Ländern oft instabil und unzureichend. Als „Gast“ im Land ist deshalb ein maßvoller Umgang gefragt.

 

Klimafreundliches Reisen: Das Flugzeug ist das klimaschädlichste aller Verkehrsmittel. „Verursacht das Flugzeug im Schnitt 350 und das Auto 140 Gramm CO2 -Äquivalente pro Personenkilometer, so erreichen Bahn und Bus einen Wert von je 20 bis 30 Gramm

Wenn man sich für eine Flugreise entscheidet, sollte man einen entsprechend langen Aufenthalt im Land planen, um so die Wirtschaft im Reiseland zu bestärken.  Faustregel: 2.000km Distanz = mindestens 8 Tage Aufenthalt, über 2.000km Distanz mindestens 14 Tage Aufenthalt.

Wer sich schon beim Packen einen Sinn für Nachhaltigkeit zeigen möchtet, findet hier Anregung: Grüne Packliste: http://auszweit.de/gruene-packliste-fuer-nachhaltiges-reisen/

 

Ich hoffe, euch mit meinen Blogbeitrag einen guten Einblick in den Nachhaltigen Tourismus verschafft zu haben. Bei meinen zukünftigen Reisen werde ich verstärkt darauf achten, diese Prinzipien umzusetzen. Wie seht ihr diese Thematik? Versucht ihr auch, möglichst „fair“ zu reisen?

 

Alles Liebe, eure Isa

 

Quelle Daten: http://www.nfi.at/dmdocuments/NFI_Reisen_mit_Respekt_web_14.pdf
Bildquelle 1 (Titelbild): http://allthefreestock.com/ Free Nature Stock Created by Adrian Pelletier I Creative Commons Zero
Bildquelle 2: https://download.unsplash.com/26/camera-keys.jpg; UNSPLASH LICENSE By Nicola Perantoni; Creative Commons Zero
Bildquelle 3: http://allthefreestock.com/ PICOGRAPHY by Hidden Depth I Creative Commons Zero